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Zeitungsbericht 14.04.2015

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2. Frauenpannenkurs am 30.06.2012

Mit Highheels funktioniert das nicht

Quelle des Artikels: Artikel aus der Schwäbischen Zeitung vom 04.07.2012 verfasst von Fr. Marie-H. Lefèvre Quelle der Bilder:    ACB
 Was tun, wenn die Batterie streikt, die Warnleuchte rot glüht oder ein Reifen gewechselt werden muss? Klar, man(n) kümmert sich darum. Entweder ist es der ADAC, der werte Gatte, Freund, Bruder oder nette Helfer in Not, der uns Frauen zur Hilfe eilt. Dabei muss sich sicher die ein oder andere einen höhnischen Kommentare gefallen lassen, das bekannteste ist wohl "Frauen und Technik ...". Welche Frau also endlich einmal wissen wollte, was man bei einer Reifenpanne tut, wie man das geliebte Auto in Schuss hält und Anderen Starthilfe geben kann, ohne gleich auf Hilfe angewiesen zu sein, konnte am Samstag in der Werkstatt des Autocenters Biberach an einem  Pannenkurs für Frauen teilnehmen.  img_3270.jpg
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 Zehn Teilnehmerinnen im Alter von 19 bis 65 Jahre finden sich für den Kurs zusammen und wie sich herausstellt, kennen sich fast alle untereinander. Die Mehrzahl der Frauen arbeitet in der Steuerkanzlei RSW in Biberach und hat sich nach einem wachrüttelnden Abend entschlossen, den Kurs zu besuchen. "Vor kurzem sind zwei Kolleginnen und ich vom Betriebssport gekommen und haben in der Tiefgarage gemerkt, dass eines der Autos einen Platten hatte", sagt Anja Kräutle. "Ich hätte sogar gewusst, wie man den Reifen wechselt, aber das Auto hatte gar kein Ersatzrad und wie das mit dem Füllmaterial funktioniert, haben wir nicht verstanden."
"Das Ersatzrad ist heute nicht mehr serienmäßig, sondern nur eine Option", sagt KfZ-Meister Dennis Mohrmann. Er und KfZ-Meister Robert Köfalvi erklären in ihrer Werkstatt an diesem sonnigen Vormittag, was man im Falle einer Panne tun kann. Trotz der schwülen Hitze, wird gekichert und gelacht. Hier gibt sich niemand die Blöße, alle wissen gleich viel bzw. wenig.

  Zu allererst wiederholen die Experten gemeinsam mit den Teilnehmerinnen, was man im Motorraum alles finden und selbst richten kann. Eigentlich müsste das doch jede Fahrerin wissen, oder etwa nicht? "Viele wissen es wahrscheinlich nicht, weil sie zum Kundenservice gehen und selbst noch nie reinschauen mussten", sagt Dennis Mohrmann. Aber macht man das nicht zumindest in der Fahrschule? Die 19-Jährige Kim Stuhlmüller überlegt. Vor zwei Jahren hat sie erst den Führerschein gemacht: "Wir haben uns damals vielleicht fünf Minuten den Motor angeschaut".
Deshalb gehen die KfZ-Meister noch einmal alles durch: Wo befindet sich das Kühl-, Spritzwasser und Öl? Welches Öl  brauche ich eigentlich und wann weiß ich, dass ich es nachfüllen muss? "Man kann sich nicht auf die Warnleuchte verlassen, wenn sie rot aufleuchtet, ist es schon zu spät", sagt Robert Köfalvi.  Teilnehmerin Michaela Gog kann das nur bestätigen. "Irgendwann hat mein Motor komische Geräusche gemacht, weil zu wenig Öl drin war, da hat das Lämpchen noch nicht geleuchtet".
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 img_3280.jpg  "Am besten schreiben Sie sich einmal auf, was sie für ein Öl brauchen und legen den Zettel ins Handschuhfach", rät Köfalvi. Es empfiehlt sich das Öl morgens zu prüfen und den Kühlwasserdeckel am besten erst bei abgekühltem Motor aufzumachen. Auch die Batterie sollte vor dem Winter einmal von einer Wekrstatt geprüft werden, sollte sie dennoch leer gehen, einfach ein Starthilfekabel zur Hilfe nehmen und bei laufendem Motor, plus an plus und schwarz an schwarz heften. Nach dem einführenden Teil über den Motorraum, gehen die KfZ-Meister zur Reifenpanne und dem Pannenset über: Was muss ich mitführen und wie verhalte ich mich im Falle einer Panne?
Eine Warnweste, ein Warndreieck und ein gültiger Erste Hilfe-Kasten sind Pflicht. Meistens befindet sich ein Dichtmittel mit einem Kleinkompressor statt einem Ersatzrad im Kofferraum. Achtung, auch das Dichtmittel hat ein Verfallsdatum. Das Mittel wird durch das Ventil in den Reifen gespritzt und mit dem Kompressor im Reifen verteilt, so die Theorie.
 Der Kurs geht zum Praxisteil über: Ein Reifen soll abmontiert und ein neuer aufgezogen werden. An zwei Autos zeigen die KfZ-Meister, was es zu beachten gibt und lassen die Teilnehmerinnen auch selbst ausprobieren. Dabei wird der eine oder andere Schrecken genommen: Der Wagenheber ist leicht zu kurbeln und auch die Schrauben lassen sich mit ein bisschen Gewalt lösen. Eines wird jedoch ganz klar, mit Highheels funktioniert das nicht. Festes Schuhwerk oder zumindest eine stabile Sohle sind besser geeignet, um mit einem Stoß auf den Radschlüssel die Schrauben zu lockern. Ein Drehmomentschlüssel erleichtert danach das Anziehen der Schrauben. Allerdings sollte man den Luftdruck des Ersatzreifens regelmäßig kontrollieren. Wieviel Luftdruck in alle Reifen kommt, steht übrigens auf der Innenseite des Tankdeckels.  img_3337.jpg
 img_3335.jpg  Abschließend gibt es noch praktische Tipps, zum Beispiel den Trick mit dem Gummipflegestift, der verhindern soll, dass im Winter die Türdichtungen aneinanderfrieren. Die Stimmung ist gut und Dennis Mohrmann und Robert Köfalvi entlassen die Teilnehmerinnen in einen sonnigen Mittag. Fühlen sich nun alle gegen eine Panne gewappnet? "Ich habe immer beim Reifenwechsel zugeguckt, jetzt würde ich es auch selbst tun", sagt Michaela Gog. "Ich wusste schon vieles, aber es war trotzdem sehr informativ. Vor allem ist es genial, dass so ein Kurs angeboten wird", fasst Anja Kräutle zusammen, die nun für das nächste Mal weiß, wie man das Dichtmittel zum Reifenflicken einsetzt.
Von wegen "Frauen und Technik".
   
   
 
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